15. Juni – 29. Juli 2012
Eröffnung der Ausstellung: Freitag, 15. Juni 2012, 19.30 Uhr / 7.30 pm
Ausstellungsdauer: 15. Juni – 29. Juli 2012
Ausstellungsbesucher mit Fahrrad erhalten ein Gratisgetränk!
Sommerfest am 15. Juni 2012, ab 21 Uhr: mit DJ “g.anders” und VJ “Interstella”
Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag: 14 – 18 Uhr oder nach Vereinbarung 0172/5451345
Öffentliche Führung: Sonntag, 1. Juli 2012, 16.00 Uhr
Werkbeispiel: Still aus dem Film
Alfred Jarry’s Call of Nature, Stuttgart 2008 (video clip 3 m – finished)
| „Großzügige Bikeways wären nicht nur ein Ausweg aus der gegenwärtig überaus gefährlichen Radfahr-Realität, sondern auch eine Einladung an die Menschen, das Fahrrad zu benutzen und das Auto stehen zu lassen.“ (Ganahl, Bicycle Manifest 2010) In den zurückliegenden Jahren entwickelte Raier Ganahl einen facettenreichen Werkblock zu den Themen Fahrrad fahren und Radrennsport. Einen wichtigen Referenzpunkt innerhalb dieses Werkblocks bildet das Leben und Werk des Schriftstellers, Schauspielers und Theaterkritikers Alfred Jarry (1873 – 1907). Der französische Autor war nicht nur der Begründer des absurden Theaters, sondern auch ein begeisterter Fahrradfahrer – eine Leidenschaft, die ihn mit Rainer Ganahl verbindet. Die von Jarry zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfassten Schriften zur modernen Passion des Fahrradfahrens wie beispielsweise „Der Übermann“ (Superman) von 1902 und „Die Passion betrachtet als Bergrennen” (1903), entsprangen dem modernen Streben nach Eigenmobilität, dem Rausch der Geschwindigkeit und dem damit verbundenen Allmachtsgefühl. Im Roman „Der Übermann“ wird ein 10.000 Meilen Wettkampf von Paris nach Sibirien geschildert, in dem ein Team von 5 Radrennfahrern gegen eine Dampflokomotive antritt: Manpower gegen Maschinenkraft. Um den Wettkampf zu gewinnen, ernähren sich die Radrennfahrer fast ausschließlich von dem Energie spendenden und zugleich Mythen umwobenen „Perpetual Motion Food“. Alfred Jarrys literarisches Werk aus dem letzten Jahrhundert enthält Aspekte, die durch das alle Lebensbereiche durchdringende Leistungsdenken und angesichts der Dopingdebatte im Radrennsport wieder Aktualität besitzen. Rainer Ganahls PERPETUAL MOTION PROJEKT setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, in denen künstlerische, ökologische und gesellschaftspolitische Aspekte des Radfahrens herausgearbeitet werden. Im Zentrum der Ausstellung steht das von Rainer Ganahl im Jahr 2010 verfasste “Bicycle Manifest”, in dem er die Vorteile traditioneller und zeitgenössischer Möglichkeiten der Eigenmobilität miteinander vergleicht und die Vision von einer autoreduzierten, humaneren Stadt entwirft. In der Ausstellung wird das Manifest zur Radmobilität ergänzt von Objekten, die von bildhauerischen Arbeiten bis hin zu Pedelecs reichen sowie von Zeichnungen und Videos. In einem Video befragt der Künstler sechs Persönlichkeiten aus der Lokal- und Landespolitik nach ihren Konzepten zu einer alternativen, nachhaltigen Verkehrspolitik. Dabei bittet er ebenfalls um ihre Stellungnahme zu seiner Forderung “50% aller Strassen in Bikeways”umzuwandeln. Weitere Informationen: Unter dem von Rainer Ganahl 2010 verfassten “Bicycle Manifest” und seinem Vorschlag zu einer nachhaltigen Verkehrspolitik in Neuhausen/Fildern (Bikeway Neuhausen). Weitere Projekte: bike projects - mixed media, since 2001 ongoing alfred jarry projects - mixed media, since 2006 ongoing the passion considered an uphill bicycle race - film, objects, drawings, photographs. |
| BIOGRAFIE (Auswahl) 1990/91 Whitney Museum Independent Study Program, New York 1986-91 HAK, Vienna (P. Weibel), Akademie Düsseldorf (N. J. Paik) Master of Philosophy and History at the University of Innsbruck Arbeiten von Rainer Ganahl wurden mehrfach auf der Biennale in Venedig gezeigt. Zuletzt war er 2009 mit dem Beitrag „The Society of Fear“, Pavillion of Urgency, auf der Venedig Biennale vertreten. Seit 2006 Professor für Bildhauerei, Material- und Raumkonzepte, auch unter Einbeziehung Neuer Medien an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Lebt in New York/USA Weitere Informationen: www.ganahl.info |
29. September – 11. November 2012
Installative Malerei - "Zwischen Wand und Boden"
Abb.: 1. Gropiusbau, Berlin 2007
2. Horizontales Teppichbild, HS Projekte, Schloss Monrepos, Ludwigsburg 2002
Wand trifft Boden / Wall meets Floor
„Die Arbeiten der Malerin Katja Brinkmann zeichnen sich durch eine erstaunliche, um nicht zu sagen eigensinnige formale Konsistenz aus. Zumeist geben sich in ihnen monumentale Oval- und Eiformen zu erkennen, die sich aneinander winden und trotz der grundsätzlich abstrakten Bildauffassung immer wieder an Landschaften oder Ornamente erinnern können“.
(Frank-Thorsten Moll, Zeppelin Museum Friedrichshafen 2009)
Seit Mitte der neunziger Jahre entwickelt die in Berlin lebende Malerin Katja Brinkmann, die von 1986 – 1993 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studierte, eine eigene künstlerische Position. Diese bewegt sich zwischen autonomen Bildern, die im Atelier entstehen und architektur- oder situationsbezogenen Bildmontagen, die als fiktive Entwürfe für konkrete Innenräume und auch für “öffentliche” Flächen und Fassaden im Außenraum konzipiert sind. Sowohl bei den Gemälden und Wandbildern als auch bei den Bildmontagen, arbeitet Katja Brinkmann innerhalb eines von ihr festgelegten Systems. Dieses System basiert auf monumentalen organischen Formen von intensiver Farbigkeit, die schichtenweise übereinander gelegt werden und in Dialog zum Bildgrund (Form-Grund-Verhältnis) treten.
Ein Teppichbild für die Kapelle
Für die Ausstellung im Kunstverein Neuhausen ist ein raumbezogenes Gesamtkonzept geplant. Im Zentrum der Ausstellung soll ein monumentales Bodenbild stehen, das mit einem Wandbild auf der Empore und eventuell einer weiteren räumlichen Arbeit vor dem Altarraum, der während der Ausstellung unzugänglich sein wird, in Dialog tritt.
Das rechteckige Bodenbild von ca. 60 qm soll auf Teppichmaterial ausgeplottet und ins
Zentrum der ehemaligen Jesuitenkapelle gelegt werden. Position und Maße entsprechen der ehemals von den Bankreihen besetzten Fläche und sind also Teil der ursprünglichen Raumstruktur. Die Bodenarbeit im Langhaus kann wie ein Bodenmosaik in gotischen Kathedralen sowohl umgangen und betreten als auch aus der Aufsicht – von der Empore – betrachtet werden. Die große Anzahl möglicher Perspektiven auf das Bild macht die besondere Qualität dieses Ortes für die Realisierung einer Bodenarbeit aus, die ebenfalls die verschiedenen wechselnden Standpunkte des Betrachters thematisiert.
Parallel zum ortsbezogenen Ausstellungsprojekt im Kunstverein Neuhausen findet eine Ausstellung mit Katja Brinkmanns Bildwerken in der Galerie Hollenbach in Stuttgart statt.
BIOGRAFIE
Katja Brinkmann -Biografie
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